So leben unsere Esel bei uns

Stall, Auslauf und Weide:

 

Die Esel leben bei uns in einem 100 m² großen und zugfreien Offenstall, mit einer Tür und vier Fenstern, den sie sich mit den Ziegen teilen.

Die dicke, saugfähige und wärmende Einstreu besteht bei uns aus Sägespänen, die nachts als "Bett" dient. Dies hat zwar den Nachteil, dass die Esel am Morgen "schön paniert" aussehen, aber auch den Vorteil, dass ich immer sofort sehen kann, ob sie überhaupt gelegen haben. Sollte dies einmal nicht der Fall sein, gehen bei mir sofort alle Alarmglocken an.

Die Stalltür ist Sommers wie Winters mit einem Vorhang aus Plastikstreifen versehen. Im Sommer hält er die Fliegen fern und im Winter die Kälte.

Vom Stall aus, haben die Esel 24 Stunden am Tag die Möglichkeit sich im 1500 m² großen Auslauf aufzuhalten, sich auszutoben und sich auf dem Wälzplatz zu pflegen.

 

Auf die Weide, die 2000 m² umfasst, dürfen die Esel nur stundenweise, da sie sonst zu schnell zu fett werden – und Dickleibigkeit schadet Tieren gesundheitlich ebenso wie uns Menschen.

 

Die Einzäunung besteht bei uns aus Stromlitze. Die Esel haben diese Barriere sehr schnell kennen gelernt und akzeptieren sie auch, wenn kein Strom fließt.

Futter:

 

Die Esel bekommen je nach Jahreszeit 3 – 4 mal am Tag Raufutter (Heu und Stroh), als auch Weidegang, Äste und einmal am Tag eine Schüssel mit Möhren und Mineralien.

 

Da wir die Mineralien gezielt jedem Tier einzeln und nach ihren individuellen Bedürfnissen füttern, verzichten wir auf einen Mineralleckstein, der uneingeschränkt zur freien Verfügung steht. Denn zuviel Mineralien, die von den Eseln evtl. unkontrolliert aufgenommen werden, können sehr schädlich sein.

Ein Salzleckstein ist aber für sie da.

 

Die Esel werden niemals aus der Hand gefüttert, da sie Hände nicht mit etwas Fressbaren in Verbindung bringen sollen. Hände sollen nur mich Streicheleinheiten assoziiert werden. Die Esel werden auch nie außer der Reihe gefüttert (Leckerlies etc.)

 

Frisches Leitungswasser (kein aufgefangenes Regenwasser) steht den Eseln 24 Stunden am Tag zur Verfügung.

Gesundheit und Pflege:

 

Die Esel werden regelmäßig entwurmt und geimpft.

 

Die Hufe werden jeden Tag kontrolliert und ausgekratzt, außerdem rasple ich sie selber je nach Bedarf in einem Turnus um die 20 Tage.

 

Einmal im Jahr werden die Eselzähne von unserer Tierärztin untersucht und wenn nötig auch behandelt.

 

Die Esel werden täglich gebürstet (Sommers wie Winters). Vor allem wenn die Esel sich im Matsch gewälzt haben, sollte man den getrockneten Dreck herausbürsten, denn zusammengeklumptes Fell kann nicht mehr richtig wärmen.

 

Die Augen werden zweimal täglich mit einem Waschlappen gesäubert, denn auch zu Eseln kommt der Sandmann.

 

Die Ohren werden einmal pro Woche vorsichtig vom Ohrschmalz befreit. Ohrenkraulen ist ein wahrer Genuß für Esel.

 

Die Nüstern werden von Popeln befreit, wenn sich welche angesammelt haben.

 

Zahnstein, der sich angesammelt hat, wird mit dem Fingernagel entfernt.

 

Eine Wärmelampe kann im Stall aufgehangen werden. Zum Beispiel wenn der Winter extrem kalt ist, oder ein Esel krank wird und zusätzlich Wärme braucht.

Zubehör:

 

Unsere Esel sind nicht mit Hufeisen beschlagen. Dennoch gehen wir viel mit ihnen wandern, so dass die Hufe zeitweise grenzwertig kurz werden. Aus dem Grund behelfen wir uns in einem solchen Fall mit Hufschuhen, die eigens für die kleinen Zwergeselhufe von Theo Rüspeler, dem Hufschuhdoktor, angefertigt wurden.

 

Für die Wanderungen haben wir verschiedene Packsatteltypen.

Haben wir wenig Gewicht, welches getragen werden muss, und soll es auch noch etwas nostalgisch aussehen, bedienen wir uns des marrokanischen Tragekorbes. Dieser bietet zwar keine Wirbelsäulenfreiheit, sieht aber ausgesprochen hübsch aus und kommt sogar ohne Bauchgurt aus.

Kommen jedoch einige Kilos zusammen, haben wir zwei verschiedene Packsättel zur Auswahl.

Zu einem den Packsattel "Pauline" von www.gepaecksattel.de aus Deutschland der sich in der Winkelung verstellen läßt und preisgünstig in der Anschaffung ist.

Zum anderen haben wir den Packsattel "Randoline" von Jacques Clouteau aus Frankreich www.randoline.com. Dieser Packsattel ist ebenfalls verstellbar und kommt mit nur einem Bauchgurt aus.

Unsere Esel könnten theoretisch bis zu 30 kg Gewicht tragen. Da wir aber nie an ihre Grenzen stoßen möchten und uns vielmehr daran liegt, dass sie gleichermaßen Spaß an den Wanderungen haben wie wir Menschen, werden ihnen nie mehr als 20 kg Gepäck zugemutet.

 

Unsere Halfter haben wir maßanfertigen lassen. Bei www.halftershop.de bekommt man Sonderwünsche (Farben, Größen ...) zu einem wirklich fairen Preis.

Den Fellwechsel bewältigen wir jedes Jahr mit dem org. Coat King von Solingen. Früher haben wir unsere Esel geschoren, doch der Wechsel von Felljacke an und Felljacke aus und das unbeständige Wetter trug dazu bei, dass wir unsere geschorenen Esel beim plötzlichen Wetterumschwung auf eimal wieder eindecken mußten. Der Coat King hat den Vorteil, wenn man ihn täglich benutzt, dass das Fell Tag für Tag nur ein wenig ausgedünnt wird und der Esel sich langsam umstellen kann.

 

Eine Pferdedecke für Zwergesel zu bekommen, gestaltet sich immer etwas schwierig. Wir haben ein gutes Schnäppchen bei ebay gemacht, indem wir uns Nierenschutzdecken für Pferde gekauft haben, die auf dem kurzen Eselrücken wie angeossen passen.

 

Unternehmungen:

 

Damit die intelligenten Esel sich nicht langweilen und nur in einem goldenen Käfig leben, unternehmen wir viel mit ihnen. Ob Wanderungen/Spaziergänge, Auftritte auf Messen oder ähnlichen Veranstaltungen, Besuche in Schulen, Kindergärten, Senioren- und Kinderheimen …

 

Esel wollen nun mal was tun und sollten demnach auch beschäftigt werden.